Prostatitis

Wer sie einmal hatte, die Prostatitis, der kann ein Lied darüber singen: Sie fühlt sich ziemlich furchtbar an, extremer Harndrang ohne Ende (man kann die Wohnung nicht mehr verlassen), das Nervensystem tourt so über dem Anschlag, dass man ständig mit den Fingernägeln die Wände hochkratzen will, und die Sache nimmt einfach kein Ende, das macht richtig fertig, aber nun erst mal der Reihe nach.

Es geht um eine Entzündung der Prostata, zu Deutsch um die Vorsteherdrüse, ein kleines Organ, über das nur Männer verfügen, das sich unmittelbar unterhalb der Blase befindet. Seine Zuständigkeit fällt in das Sexualleben des Mannes mit der Aufgabe, Samenflüssigkeit zu produzieren, um den schnellen und gezielten Transport der Spermien an Ort und Stelle der Befruchtung zu unterstützen. Der zynische Charakter der Natur führt dann auch dazu, dass die Prostata bei älteren Männern, die dieses Organ zur Familienplanung nicht mehr so ganz dringend benötigen, immer wieder ziemlich massive Probleme macht und schlussendlich sehr gern, wie ein Magnet, eine Krebserkrankung auf sich zieht.

Da sich die Entzündung im männlichen Unterleib selten nur mit dem Befall der relativ kleinen Prostata zufrieden gibt, ist real meistens ein größerer Bereich betroffen, der sich eben auch von den Beschwerden her, schwer eingrenzen lässt. Deshalb wird die Prostatitis in der Medizin als ein Syndrom angesehen, das mehrere und verschiedene Beschwerden im Urogenitalsystem umfasst und bis in den Beckenboden, den After und natürlich auch in die Blase reichen kann.

Übrigens sollten die Frauen bei diesem Thema tatsächlich nicht vollständig ausgegrenzt werden. Ihre Paraurethraldrüse ist im Rahmen der Embryonalentwicklung quasi aus dem gleichen Gewebe aufgebaut, und wenn diese sich entzündet, dann kann dadurch das weibliche Urethralsyndrom ausgelöst werden.

Zur Zeit werden verschiedene Formen der Prostatitis klassifiziert:


  • -1- die akute (Kategorie I) Prostatitis

  • -2- die chronische, bakterielle (Kategorie II) Prostatitis

  • -3- die chronisch-abakterielle (Kategorie III) Prostatitis (hierbei handelt es sich um ein chronisches Schmerzsyndrom des Beckens)

  • -4- die asymptomatische, entzündliche (Kategorie IV) Prostatitis

Da die ersten beiden Formen besonders häufig sind, hier noch paar erläuternde Worte dazu:

zu -1-
Die akute Infektion wird oft verursacht von Darmbakterien des Typs “Escherichia coli” und ist ggf. begleitet von Fieber, Schüttelfrost und Harnverhalt. Der Nachweis kann durch eine Urinprobe geführt werden; eine deutliche Erhöhung der Leukozyten und eines prostataspezifischen Antigens sind dann in der Regel ebenfalls festzustellen. Die Therapie besteht in diesem Fall in der Verabreichung von Antibiotika oder Tetrazykline.

zu -2-
Auch in diesem Fall ist meistens eine Infektion des Harnweges durch Escherichia coli die Ursache. Es gibt gelegentlich auch die Urogenitaltuberkulose auf Grund des Mycobacterium tuberculosis. Auch in diesen Fällen werden bis zu 6 Wochen lang Antibiotika eingenommen. Zur Therapierung der Prostata haben sich Fluorchinolone, manchmal in Kombination mit Alphablockern als besonders effizient erwiesen.

Als alternative Heilmethoden für die Prostatitis sind beispielsweise noch die Broccoli Therapie des Wiener Professors Ibrahim Adnan Saracoglu oder die Einnahme von ACC (Acetylcystein) im Gespräch.